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Einige Ergebnisse meiner Arbeit

Schüler des Pariser Theologen Petrus Cantor, die ein wichtiger Motor der kirchlichen Reformbewegung um 1200 waren, standen in engem Kontakt und direkten Wechselwirkungen mit den ersten Beginen. Die Theologen, zu denen auch Jakob von Vitry, der Autor von Marias Vita, gehört, betreuten Beginengemeinschaften, gründeten auch selbst einige.

Die frommen Frauen nahmen seelsorgerliche Funktionen gegenüber ihrer Umwelt und teilweise auch gegenüber den Theologen in ihrer Nähe wahr. Sie predigten, hörten wahrscheinlich auch die Beichte und begleiteten kranke und sterbende Menschen, um deren Seelen in der besonders angsterfüllten Übergangssituation, die mit dem körperlichen Tod assoziiert wurde, vor den Angriffen von Teufeln und Dämonen zu schützen.

Auffallend viele der ersten Beginen wandten sich der Pflege Leprakranker zu, nachdem sie sich zu mittellosem und enthaltsamem Leben bekehrt hatten, und lebten in frommen Hospitalgemeinschaften. Sie strebten von Beginn ihres frommen Lebens an nicht ins Kloster, das als Ort völliger Abkehr verstanden wurde, an dem man Welt und Sünde hinter sich lassen konnte. Stattdessen brachten sie eine neue Form des Religiosentums hervor, die nach den monastischen Maßgaben von Armut, radikaler Askese und sexuell enthaltsamem Leben in der Welt der Laien stattfand. Diese Lebensform bildet einen Neueinsatz, sie ist nicht einfache Fortsetzung eines institutionalisierten Büßertums, wie es bereits in den ersten Jahrhunderten nach Christus aufkam.

Indem sie in die Welt, die sie als ganz und gar sündigen Ort ansahen, hineinwirkten, statt sich ihrer zu entziehen, kehrten die ersten Beginen die übliche Richtung des frommen, Gott zugewandten Lebens um.

Lange bevor sie in Kontakt mit Franziskus von Assisi und den Bettelorden kamen, beriefen sie sich für ihr mittelloses Leben und die Krankenpflege auf Christi Aufforderung zur Nachfolge (Mt 16,24) und weitere Christusworte, die sie vor allem im Johannesevangelium und in der Bergpredigt fanden. Ihre Christusmystik ist durchdrungen von Bildern aus dem Hohenlied und schöpft aus Deuterojesaja.